IZ4 Geistliche Briefe.
GOttes fängt die Seligkeit hier in ihremInwendigen an, und wird nach diesem Leben ^vollendet. Sie fängt hier wesentlich an; aber !5..zwei Stücke muß man nicht vergessen.
i. Daß diese Seligkeit eben nicht bei allen,und zu aller Zeit empfunden, oder unterfchie- -»>denllich erkannt werde. GOtt läßt es dieSeelen nicht allemal wissen, wie selig sie sind,um der Eigenliebe willen. Sie mäßen manch-mal im dunkeln Glauben wallen, Hebr. io, ^z6-z8. und durchs Kreuz geführet werden, Bdamit sie wohl geläutert, die Heiligung Gd)r- Dires erlangen, welches ihnen zu solcher Zeit Mnicht allemal Freude und Seligkeit zu seyn s!dünket, Hebr. 12 , io. und n. obsgleich ch!Iwirklich Seligkeit ist. Wo nur eine Seele nichts ^anders will, als GOtt, und an ihm sucht zu tz,hangen durch Glauben, Bethen und Ueber- ch!laßung, da mag sie ruhig seyn, wenn sie Ugleich in diesem Leben nichts empfinden sollte, hxDennoch zweifle ich nicht daran, wenn wirs ^nur alles dabei wagten, und weder Trost ^noch Heil in einigem Geschaffenen mehr in unseinließen, es würde uns auch in dieser Wüste ^das Manna nicht gänzlich fehlen. Zum ^
n. Muß man wohl behalten, daß die ^Seligkeit der Christen staffelsweise in diesem ^Leben erfahren wird. Wer in der anfäng- ^liehen Buße mühselig und beladen zu Christo ^kommt, der wird von ihm erquicket; er erlan- ^get die Vergebung seiner begangenen Sün- k
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