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Geistliche Briefe.
rückt fest, damit wir in diesen verwirrtenTagen nicht mit verwirret werden, sondernauf dem innigen schmalen Herzensweg immerweiter gehen, und dazu allen Einfluß derKraft aus dieser seiner liebenswürdigen Nah-heit bekommen mögen, Amen!
Es ist also, wie du meldest, lieber Bru-der! daß nicht allein derjenige Vertrauen zuGOtt habe, wer solches Vertrauen fühlet,sondern daß auch das bloße Zuwenden einesarmen Herzens zur Gnade mit Vertrauengepaaret ist. Ein Kranker, der sich zum Arztwendet, beweiset mit der That, daß er Ver-trauen oder Hoffnung habe, von demselbengeholfen zu werden, ob er gleich wegen desGefühls seiner Krankheit bisweilen nicht vielVertrauen fühlet. Die Gesunden, die desArztes nicht bedürfen, oder auch andere, dieihre Krankheit nicht so hart drücket, könnenauch leichter vertrauen: allein, wo ein all-mächtiger Arzt ist, wie der unsere, dem nim-mer ein einziger in der Cur ist umgekommen,wie aus so unzählich viel Exempeln klar ist,da hat auch der desperateste Patient keineUrsache, sein Vertrauen sinken zu laßen; undes wird ihm sehr zur Genesung beförderlichseyn, wenn er mehr mit Vertrauen den Arzt,als mit Mißtrauen seine Elenden ansiehet.Das tiefste Gefühl unserer Elenden undSchwachheiten kann uns das reinste Ver-träum zu der unendlichen Güte GOttes geben.Wir müßen nur im Zuwenden zu GOtt nicht
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