Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

rr

Geistliche Briefe.

und tief. Er allein kann solche, und willsolche entdecken und zerbrechen, durch sich selbst,wo wir uns ihm kindlich anvertrauen; dennwahrlich, er ist uns nahe; nicht nur nachseiner allgemeinen Gegenwart, wie er auchallen unvernünftigen Geschöpfen nahe ist:sondern in dem holden Namen JEsirs-Im-manuel, ist dieses seligste Gut unserm Geistnäher, als wir uns selber sind, und zwar alsein liebender Freund, um uns zu erretten,zu reinigen, in uns als in seinem Königreichzu wohnen, und uns endlich aus uns selbstund allem zu seiner seligsten Vereinigung zuleiten durch ihm bekannte Wege: und sol-ches alles durch sich selbst, und um sein selbstwillen, damit sich kein Geschöpf rühme vorseinem Angesicht. O! wie so sehr verpfuytman seine Blindheit, sein Mißtrauen, seineschön gemeynte Widerstrebungen, und man-cherlei Ausweichungen, wann man die hoheund treue Absichten dieser unendlichen Gutheitmit und über sich lebendig erführet. Mankann nicht anders, als die Augen von sichselber abwenden, um sich hinfür lediglich demanzuvertrauen, und den allein zu lieben, deruns umsonst liebet, und mehr als mütterlichfür seine ihm Ergebene sorget.

So wollen wir dann in kindlicher Herzens-einfalt vor seinem Angesicht wandeln, ver-laßend und vergessend uns selbst und allesGeschaffene, um nur dieses liebenswürdigsteGut zu lieben, anzusehen, und ihm Raum

zu

M §