Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
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Geistliche Briefe.

das Werk JEsu, und nicht dein eige-nes. So gar muß dein sehnliches Verlangen(wenn es nicht nur Verlangen bleiben soll)nicht in Heftigkeit ausgehend seyn, sondernsich unvermerkt den Sinnen entziehen, undin den Grund, woraus es entstehet, sichmit heiterer Gelaßenheit einneigen, und dasVollbringen dem überlaßen, der das wol-len gegeben har. Du versiebest mich, daßdieß nicht nur so ein- für allemal geschehenmüße, und man dann wieder in willigerZerstreuung dahin gehen könne. Nein! sollJEsus in uns leben, so müßen wir aufhö-ren zu leben. Unserer Natur, Sinnlichkeitund Vernunft müßen wir kein Leben mehrlaßen, auch derselben Wirksamkeiten mäßi-gen, und, mit Abhänglichkcit von der Gna-de, damit wirken, wann wir wirken müßen.

nicht unsers Thuns. Unser Verlangen dar-

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So machen wir JEsu und seinem Lebenin uns Raum; JEsum und sein Leben

aber selbst in uns zu erwecken, das ist gar

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nach, senkt sich, wie gesagt, mir Liebe,Freude und Vertrauen einwärts. Dieseseinfältige, ruhige Einneigcn und Anhängenunterhält man auch den Tag durch, läßtsich die Liebesführung JEsu recht sanft,abgeschieden, einfältig und lauterlich GOtt-meynend machen; und, ohne sich vorausein Bild davon zu machen, wartet mandann in inniger Leidentlichkeit auf die völ-lige Offenbarung und Ausbreitung JEsu

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