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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
433
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II. Theil. I48ster Brief.

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Gemeinschaft allein Wahrheit und Wesen,Leben und Frieden sey. Es ist zwar n.chtohne, daß dem natürlichen eigenen Theildabei alles abgeschnitten wird; was gehetuns aber dieser neben einkommende Menschoder Unmensch an? Er hat uns Noch ge-nug gemacht; nun mag er auch darben,wie er schon längst dem Gericht übergebenist. Es ist mehr die Wahrheit, als wirsglauben können, daß ein jegliches Sterbenund Bleiben unterm Kreuz allemal unseremGeist ein neues Leben und Herrlichkeit inGOtt gebieret. Sterben und Leiden fühlenwir; die Frucht aber, so daraus geborenwird, sehen wir nicht allezeit, die Eigenheitmochte sie angreifen, daß sie verwelkte, unduns im Fortgang aufhalten. Darum haltGOtt die Perle in seiner Hand bewahret,und verhüllet sie oft in Dornen und Dun-kelheit , damit wir uns noch tiefer Ihmlaßen, und das von Ihm uns zuerkannteZiel erreichen.

Das ist aber gewiß: GOtt entnimmtuns nimmer etwas Zeitliches, Geistliches oderGöttliches, als nur damit er sich selbst aufeine wesentliche Weise, nach erfoderter Zube-reitung, mittheilen möge. Wir wollen im-mer die Sache durchs Wirken ergreifen, fest-halten und erreichen; die Erfahrung zeigt dasGegenlheil, nämlich daß leidend seyn undLaßen besser sey. Im Halten ist Pein undDürftigkeit; im Laßen Freiheit und Genü-Erst. D. II. Th. E e gen.