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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
430
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4Zs Geistliche Briefe.

wir schon auf den Weg getreten sind, klebetuns von der Natur und vom Unglauben nochvieles an, und wir gehen in vielen Dingengar leicht nach der Natur, und nicht nachdem Geist und Glauben zu Werk, wenn wirschon eben keine böse, sondern wohl gut schei-nende Dinge thun. Je nachdem wir, im na-türlichen Sinn, Lust oder Unlust zu einem geist-lichen oder natürlichen Werk haben, darnachthun oder laßen wirs; achten jenes möglich,dieses unmöglich; folgen entweder einer natür-lichen Triftigkeit oder schändlichen Trägheit;da wir doch nichts beäugen sollten, als GOttzu vergnügen, und allen willen GOcres(Ephes. 6 , 6 .) von Herzen zu thun, ohneAnsehen der Natur, ob sie es gern oder un-gerne rhät. Und gleichwie in diesem Theilviel erweckte Gemüther alle ihre Dinge, denTag über, nur so natürlich thun; also gehetman auch in vielen andern Dingen nach demTrieb seiner Affecten zu Werk: un Eifern wi-der das Böse; in Gefälligkeit der Menschen;im Lieben und Haffen, Loben und Schelten rc.Insgemein folgen wir unseren ersteren Gedan-ken und erstem Triebe; selbigen ist aber seltenzu trauen, bis so lange JEsus völlig unser Le-ben geworden ist. Ueberhaupt ist kein besseresMittel über die Natur erhaben zu bleiben,als das süße Herzensgebeth, und kindlich-ehrerbietige Erinnern der Gegenwart unsersGOttes. Leben wir also im Geist, so werdenwir auch im Geist wandten. (Gal. 5.)

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