Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
390
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z-a Geistliche Briefe.

res Zusammenlebens also, wie ihr wünscht,daß das Ende seyn möge. GOtt gebe, daßdie Welt solcher gestalt an euch ein Exempelsehe, daß man auch im Ehestande wahreHeiligen habe!

Noch einen Fehler Hab ich immer an dirgesehen, den muß ich dir auch noch sagen,ob ichs gleich schon mehrmalen gethan habe;ich will dir die Krankheit, und die Arzneidafür, in ein Versehen fassen.

Heut willst du fliegen, morgen sinken.Laß dir doch tiefer einwärts winken!

Im Geist, nicht in den Sinnen stehnLehrt uns in süßer Gleichheit gehn.

Bisweilen Hab ichs fühlen können, daß duzu leicht und lustig über alles hinhüpfen woll-test, durch einen gewissen Glauben und Über-lastung, wozu du gerufen wirst, welchesaber noch kein Wesen und Stand in dirwar; daher dich ein geringer Zufall, oderein geringes Wort wieder so tief niederwarf,als du vorher hoch geflogen wärest. Ichhabe bisweilen, selbst in deiner Gegenwart,etwas gesagt, wodurch du in die größte Engegesetzet worden bist: denn weil du mich liebhast, so wolltest du es gerne eingehen laßen,was ich sagte; weil du aber ein klein wenigzu leicht überhin standest, so kam es dir wiegesetzlich vor, und machte dich traurig. Dießhat gemacht, daß ich wohl ein ander Mal

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