Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
363
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II. Theil. irzster Brief.

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Vergib es mir, mein lieber Bruder! Ichkann nicht anders, wie gern ich auch wollte.Meine Seele ist um und um betrübet und bedränget. O daß ich ruhen möchte zur Zeitdieser Trübsale! Die ewige Liebe, in demsüßen Namen JEsu eröffnet, wolle michElende doch anblicken, und meinem dürrenund matten Grunde sich nahe zeigen; dannwerden alle finstere Anläufe und bittere Kräfte!der Natur und Eigenheit wohl fallen müßen!und kraftlos werden. Lieber Bruder! laß>es dir zu Herzen gehen, und bethe zu GOtt,daß er sich möge verherrlichen und groß ma-chen in mir unwürdigen Kreatur; ich begeh-re Ihn zu erkennen und zu bekennen, als«das Einige und höchste Gut, als das alleinliebenswürdigste Wesen, wovor sich meinGanzes billig beuget, durch ein kindlichesUeberlaßen und Anbethen. Wenn ich nurnicht sündigen möchte, sollte auch mein Jn-neres und Aeußeres in Kreuz und Leiden sich«aufzehren, was ist an mir gelegen! Es istbillig, daß ich, als ein Würmlein, zertre-ten und vernichtiget werde. Der liebe GL)ttstärke mich, mit einem stillen und friedsamenMuth, daß ich möge an Ihm kleben bleiben,und alles los laßen, was er nimmt. Ich befehleuns der treuen Liebe, und mich nochmals indein Andenken, lieber Bruder, und bleibe"Dein

unwürdiges Mitglied.

N. N.

Ant-