Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
320
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Z20

Geistliche Briefe.

len vereiniget hält, so daß ich nicht sagenkann, daß es anders verlange!

Die göttliche Vorsehung von Außen, undsein Geist von Innen, sind die schönsten Mit-tel zur Heiligung. Wer sich beiden, mit völ-liger Loslaßung seines eigenen Verstandes undWillens, kindlich anverrrauet, der wandelt aufdem sicheren Friedenswege, und bleibet un-ter allen Anstößen ohne Anstoß, weil er auchim allergeringsten ein Ererben des Eigenen,und also auch GOtt, dessen Willen undLeben finden kann. GOtt will uns ganz insich und für sich allein haben; darin bestehetunsere Seligkeit von Nun an, daß wirganz fern, und in Ihm sind. Aber wir ver-derbte Kinder Verstehens nicht, worin diesesGanze bestehet; wir könnens auch nichtrecht glauben, daß wir so tief in uns selbsteingegangen, bis es uns der gute Meisterselbst lehret, in der Schule des Jnnebleibens,Sterbens und Ueberlaßens, da Er uns, nachunserer Faßlichkeit, die eine Lection nach derandern aufgibt. Ach! Er weiß die Verber-gungen und Stützen des Eigenen zu finden,da weder wir noch einige Kreatur sie niemalssuchen sollten. Darum o! wie glückselig isteine Seele, die sich GOtt und seiner Vor-sehung im Blinden anvertrauet, und sichvon Ihm heiligen läßet, bleibend nur, wieein Kind, bei der Lection des gegenwärtigenAugenblicks, ohne etwas zu überhüpfen, undhöher anzufangen, als es ihr gewiesen wird!

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