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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
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290
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Geistliche Briefe.

im Natürlichen oder Geistlichen; so nimmtman, im Zugang zu GOtt, so unglaublich leichtetwas von dem Plunder mit: aber es ist nichtdie rechte Waar. Wir sollen nackt kommen,und uns so blind und bloß, wirk - und willen-los der Liebe und ihrer Hand gebeil und laßen,daß sie uns forme, ordne und gebrauchenach ihrem Sinn und Belieben. Je mehrman sich in dieser Schule über, desto mehrerfährt man die glückselige Unbarmherzigkeitender göttlichen Liebe, wie sie vernichtiget, zer-störet und verwirft alles, was ihr eigenes Werknicht ist; wie sie so gar alles zu sich reißt undeinnimmt, damit sie endlich wieder allein alsKönig regire, wirke und lebe, in uns und durchuns. Wohl der Seele! die der Liebe nichtsweigert, sondern alles in ihre Macht dahingibt, so werden dann immer mehr alle unsereWerke in GOtt geschehen.

Was der liebe Bruder von den gröberenoder subtileren Parteilichkeiten, ^Ilisnxen rc.meldet, kommt wahrlich nur aus diesem Grun-de her. Man formet sich selbst bald so, baldanders; findet man endlich ein Bild, einBuch, einen Menschen, so uns wohl ansie-het, so gießet man sich ganz in dieses Mo-dell, und will auch in der eigenliebigen Hitzealle andere darein haben. Zwar ist aller Unter-schied keine Parteilichkeit, noch ohne Aus-nahme zu tadeln. Die Weisheit, welche inihrem Wesen einig, ist sehr manchfaltig in ih-ren Ausflüssen und Führungen Der Fehler

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