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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
262
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Geistliche Briefe.

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her bin zwar ziemlich wieder restituirt, dochfalle öfters wieder ein, und die Lebenskräftebleiben ziemlich erschöpft, daß also alle Ursachehabe, zu vermuthen, es werde das Endemeiner Pilgerschaft herbet kommen. Einmal,ich werde auf alle Weise gedrungen, meineSeele in der Hand zu tragen, und einzugehenin die Gestalt eines wahren Pilgers, abge-schieden von allem Zeitlichen, allein undgemein mit GOtt zu leben. Das ewige Gut,so uns aus freier Liebe dahin ziehet, und dar-nach hungern macht, wird uns auch durchsich selbst wesentlich hinein führen. Ja, gewißist es eben seine göttliche Gegenwart, und sei-nes Geistes Einwirken in uns, daß wir solchein tief verborgenes Sehnen, und innigesNeigen in unserm Geiste tragen, immer tieferaus Kreatur und Selbstheit auszugehen, unduns in GOtt zu verlieren, der unser wahresElement und -Ruhepunct ist.

Die göttliche Liebe hat uns im Grundeberühret; wir haben sonst nicht viel Treibensund Laufens nökhig. Die Liebe ist unserGewicht; wenn wir nur kindlich innebleiben,loslaßen, und zustimmen, so ziehet ihre sanfteMacht uns von selbst in den Grund hinein,da wir seyn mäßen, obs gleich nicht allemalempfindlich erkannt wird. GOtt nimmt derSeele allgemach allen Grund und Stütze inihr selbst, und in allem übrigen, damit erslauterlich allein werde: Laßet uns nicht fürch-ten, es ist Liebe. Wer sich fest halten, und

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