240 Geistliche Briefe.
einfältige Liebe erweisen wollen, und michgleichsam zum Abschied begrüßen laßet; sofinde mich verbunden, durch diese wenige Zei-len, meine Gegenliebe zu euch allen zu bezeu-gen, und euch mit eigener Hand Nachricht zugeben: daß mich derHErr, in dessen HandLeben und Tod siehet, in meiner Schwach-heit, die bedenklich genug gewesen, wiederummerklich erquicket hat.
Nein, meine Reisegefährten! ich nehmenoch keinen Abschied. Ich bin noch mit euchauf der Pilgerbahn, der Höchste weiß aber,wie lange. Ich schlage noch einmal brüder-lich meine matte Hand in eure Hand, und rufeeinen; jeden zu: Errerre deine Seele, undsiehe nrchc hinter dich; bleibe auch nichtsieben, in dieser ganzen Gegend! Auf demBerge errerre dich ! i B. Mos. 19 , 17.Ach ja! dieses rufe der HErr einem jeglichenunter uns, unaufhörlich ins Herz hinein, da-mit wir nicht sicher werden, sondern in demangetretenen Lauf mit unwankelbarem Muthund unverwandten Gemüthsaugen fortschrei-ten, bis wir das Ziel unserer Berufung, ausgöttlicher Gnade, erreichen mögen. Keinervon uns ist so tief ausgegangen, der nichtnoch eines tiefem Ausgangs bedürfe. Es istkein Stillstand außer GOtt. Gedenketan Lords Weib ! Wer sich der Regirrmgdes Geistes der Gnade rechtschaffen und be-ständig überläßet, dem wird keine Ruhe ir-gendwo in Kreatur noch Selbsiheit gelaßen,
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