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Geistliche Briefe.
kräftiger Beweis, daß sie GOtt nicht kennen.GOtt ist auf alle Weise allgenugsam; er kann,er kann allein, er kann völlig, er kann auf ewigdie unglaublich-große Faßlichkeit unsers Ver-siandesauges vergnügen und beseligen. Die-ser eine Vorwurf, ohne Vorwurf, ist genug;alle andere Vorwürfe sind ganz indifferent;wenn sie auch nicht wären, oder in Ewigkeitnicht seyn würden. GOtt ist Wesen; GOttist Wahrheit; und solches ist Er allein. Esist ein t>ion-Ln8, ein Schatte, aufs beßtegenommen ein Gemälde, so wir zum Vor-wurf haben, wenns GOtt selbst nicht ist, denwir umfassen und beschauen.
Ach! welch ein Unterschied ist es, wennsich die Vernunft von GOtt und dessen Allge-nugsamkeit ein Bild geschnitzelt hat, oder aber,wenn GOtt selbst sich, und sein herrliches Er-kenntniß, der Seele eindrücket! da dieses letz,tere unmöglich geschehen kann, wo Herz undHaupt in der Unruh bleiben, und nicht ge-bührend von anderen Vorwürfen ausgeleeret,und in demüthiger Gelaßenheit demjenigennahen Gut zugewandt stehet. Ich schreibeohne Reflexion. 8ar 8apienn! (Genug für denVerständigen) Einmal lieber Bruder, was sindauch wir? Was ist unser Leben? Was ist un,sere Gottseligkeit? Was ist unser Thun undLaßen? wo nicht dieses Wesen der Grund,Ursprung und das Ziel davon ist. Er weiß csbesser als ich, daß es nur Schein und Traumzu nennen sey. Inzwischen wie leicht läßt
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