Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
197
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II. Theil. 67ster Brief. ry?

hält sich im Geiste bei GOtt, den er!ich^ gegenwärtig glaubet, sc» gut und einfältigl vian er es kann; er beschäffriger sich mit demsel->W den heimlich, sacht und stille; er gibt sichGOtt; er bethet GOtt an; er lieber ihn; er«gN unterredet sich mit ihm, in unverfälschter^ Einfalt, und erwartet von ihm die Vernich-M- tigung alles Bösen,chtz, Dadurch nun, daß man allmähligGOtt bekannt und gemein, dem äußerenMenschen aber fremd wird; dadurch, sag'mg- ich, erlöschen in demselben immer mehr allei G sündliche Regungen, oder verlieren doch ihreM Kraft und Herrschaft, wie eine Lampe, derM man kein Oel mehr giebet: und eben hierzu^ wirst du inwendig gezogen werden, wo duM drauf merkest. Ich sage es noch einmal:denke nicht viel an die Sünde, so wirstM du sie weniger begehen. Welt und Sünde^ haben eine bezauberende, oder soll ich sagen^ vergiftende Kraft; sie schaden uns durchsä ^ bloße Ansehen. Oft trägt man das Bild einerSünde und Verdorbenheit den ganzen TagHN mit sich herum, und sinnet auf Mittel undWege, wie man sich davon erlösen wolle;und eben, indem man das Bild der SündeM ansiehet, wird die Lust der Sünde immer^ wieder erreget. Man muß sich von Weltund Sünde divertiren lernen durch ein ein-^ fälliges Vergessen derselben, und durch stilleHe zenserhebungen und Umgang mit GOttim Geiste. Wer also im Geiste wandelt,N z der