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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
196
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Geistliche Briefe.

meisten daselbst aber gehets, wie auch hier,und im Bergischen: es will so schwerlich zueinem kindlichen Herzenswesen kommen; manbleibt zu sehr hangen in den Sinnen undVernunft; da das Gemüth tausenderleischeinbaren Versuchungen und Zerrüttungenoffen stehet. Doch bin ich in Holland mitverschiedenen innigen Seelen bekannt gewor-den, welche uns hier wohl reizen möchten,ihrem Glauben nachzufolgen.

Das innige Herzensgebet!) und der ge-heime Umgang mit GOtt, den man innig-gegenwärtig glaubet, ist das beßte, ja ein-zige Mittel zur Ueberwindung aller deinerFeinde insgemein, und auch desjenigen insbesondere, wovon du schreibest. Du flatterstzu viel in deinen Gedanken herum, und derinnere Mensch hat zu viel Gemeinschaft da-mit. Die Thür ist offen; das Innere gehethinaus, und das Aeußere gehet herein: da-her kommt Versuchung, Schwachheit undeine confuse Unbeständigkeit. Weißest dunicht, daß wir der Welt todt sepn sollen,und daß auch der Leib todt seyn soll, derSünde wegen? ^eöm. 8. Der innere Her-zensmensch . dein Herz , Liede, Lust,tiefster Wille und Gemürksandachr, schei-det sich sachte ab von allem Lleußeren, undvon dem, was sich in dem äußeren Men-schen regen möchte, es sey was es wolle;der äußere Mensch wird ihm ein fremderMensch; der so eben genannte innere Mensch

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