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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
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Geistliche Briefe.

Ja erwartet es auch nicht, daß der vo<rige Stand der Freude und Vergnügungauf eben eine solche Weise wieder kommenmüße; verlanget auch nicht einmal darnach.Zwar folgen Vergnügungen und große Se-ligkeiten auf solche Leiden, die aber von einerganz anderen Art, und viel wesentlicher seynwerden, und wovon ihr euch jetzt kein Bildmachen könnet oder dürfet. Glauben undeuch G(L>rk überlaßen, das sei) jetzt euerWerk und Ziel! Es fehlet euch jetzt nurdieses. Es fehlet euch GOtt nicht; es feh-let euch GOttes Gnade nicht; nur weil ihrsolches nicht sehet, so glaubet ihrs nicht.Sel.g find, die nicht sehen, und dochglauben !

Das Geheimniß des Kreuzes könnt ihr sonoch nicht fassen, darum heißet ihr die Lei-den bös, die doch gewiß gut, und sehr heil-sam sind. Es sind die heiligen Wege GOt-tes , zu eurer Seele Heiligung. GleichwieChristus mußre leiden, und also in seineHerrlichkeit eingehen; also müßen die Seelen,die in Christo vollendet werden sollen, auchleiden allerhand innere Verlaßungen, Dun-kelheiten, Dürre, Versuchungen, Anfech-tungen und mancherlei andere Proben, da-mit sie an sich selbst, und allem ihrem Ei-genen ganz verzweifeln, aus ihnen selbst aus-gehen in Christum, und in ihm alles Heilund volle Gnüge finden. Euer jetzigerStand, geliebte Schwester, ist nicht fähig,

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