Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
159
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Der ziste Brief.

Auf die völlige Ergebung an GOtt, folget auchein völliger Friede.

Lieber Bruder!

em-l die gründliche Ergebung an GOttvöllig ist ; so ist auch der Friede, oder dieRuhe des Geistes in GOtt, völlig da; es istkein Mittel zwischen beiden. Siehe demnach,ivie weit wir noch davon zurück sind! Inzwi-schen soll unsere Ergebung völlig seyn, nach Be-schaffenheit unsers Standes. Die Probedavon ist einfältig und leicht. Außer dem Stan-de der Versuchungen und Proben liegen einerinnigen, wohl ergebenen Seele ihre Gemüths-bewegungen und ihr Wille still und ruhig,als ohne Bewegung; und wann der Wille sichbeweget, so thut er ganz frei und ruhig.Der Grund liegt ziemlich offen und bloß vorGOtt, und kann sich, auch eine geraume Zeit,also halten ohne Zwang und Mühe. Diesesalles aber ist innig, wesentlich, anhaltend,und lauter, nachdem etwa die Ergebung derSeele ist, da sie, sonderlich im Anfang desWeges, leicht daraus versetzet wird, und dieseGemüthsbeschaffenheit kaum so lang anhält,als ihre kleine Zeit der Einsammlung. Ich

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