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Der zoste Brief.
Der Geschmack unterm Lesen ist eine verborgene
Kraft und Salbung.
Geliebter Bruder!
Lxiebei kommt, auf Begehren, des P. Lucas
^ Büchlein.-Mir fällt über dem
Schreiben ein schönes Lied daraus ein, wel-ches pag. 79. stehet, so ich von Alters nochzum Theil auswendig kann, und ein trefflichArgument von der Lauterkeit dieser Seele ist.Die Salbung lehre dich reichlich beim Lesendie vorkommende Wahrheiten, und führe dich,mit mir Unwürdigen, selbst hinein! Der Ge-schmack, den man unterm Lesen oder Höreneiner innigen Wahrheit im Herzen spüret,ist eine verborgene Kraft der Salbung, wo-durch wir zur wirklichen Erfahrung und Ge-nuß derselben, als von Ferne, angelocket, undder Gewogenheit der ewigen Weisheit gegenUnsere Seele versicheret werden. — Selig sindwir, wann sie uns so mütterlich zieber! Undnoch seliger, wann wir ihr nachlaufen in demGeruch dieser Salbe!
Mülheim,den iz. Dec. 17z i.
Der