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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
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Geistliche Briefe.

wirfst ste dann in die Hölle. Und dochbleibest du Liebe, und willst von deinerBraur gelieber werden, so wohl m SerHölle, als im Paradiese.

Ich sehe aber, daß mir der Brief imSchreiben größer wird, als ich gedachte;deßwegen will ich nur noch kürzlich einigenöthige Erinnerungen geben, die insbesonderezur Zeit des Gedeihs, oder der Absonderung,und im täglichen Wandel in Acht zu neh-men sind, und dann beschließen.

Wegen der Zeit der Absonderung Hab'ich schon oft meine Gedanken gesagt. Wennes die Umstände zulaßen, so versäumet selbi-ge Zeit nicht, es sey wegen eurer Ungeschickt-heit, oder wegen Ungeneigtheit der Natur,oder um anderer Ueberlegungen und Versu-chungen willen: bleibet aber nicht zu langallein auf einmal, es sey dann, daß euchGOtt einige besondere Gnade oder Stär-kung gäbe. Wirket in dem Gebeth wenigoder nicht, denn euer Wirken schadet Leibund Gemüth. Wann ihr euch mit der min-desten Anstrengung wollet sammlen oder erhe-ben , so werdet ihr bald Verdrießlichkeit,Angst und Dunkelheit verspüren. Wennich auch schon gesagt habe, ihr sollet euchGOtt überlaßen; so ist mein Sinn nicht,daß solches durch geformte Thaten, oderviel innere Wirksamkeiten und Ueberlegunggeschehen soll; sondern ich will sagen: Ihrsollet euch selbst nach Möglichkeit vergessen,

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