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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
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II. Theil. 4vster Brief.

Ich weiß einiger maßen, was es ist, einenGOtt zu erkennen; ihn so herrlich, so schön,so vergnügend und liebenswürdig zu kennen,und ihn dennoch nicht lieben und verherrli-chen zu können, sondern (wie es scheint) ihnnur zu entehren, zu beleidigen und ihm zu-wider zu seyn; dieses innig-vergnügende We-sen erkannt zu haben, und sich gleichwohl soferne, so ferne vom demselben und dessen Ge-nuß, in Elend, Jammer und Finstermß hin-unter geworfen zu sehen, ja nicht anders zuglauben, als daß dieß in Ewigkeit so fort-währen, und immer ärger werden solle. Ach!denkt wohl das arme Gemüth, hättest duGOtt und das Gute nie erkannt! Wüßtestdu nicht, welch ein GOtt, welch ein seligesWesen er wäre, so hättest du vielleicht jetztsolche Noch und Hölle nicht. Nun weißtdu in etwa, welch ein GOtt er ist, nuuverlangest du so innig nach ihm, und mußtdoch davon geschieden bleiben.

d) du wunderbare Weisheit Gd)rres!wie lieblich und wie gestreng sind deineWege, mir den Deinigen! Du lockest siemir Lieblichkeit zu dir, und läßest siedein Angesicht sehen; bald aber, undehe man dich recht gesehen und genossenhat, gehest du weg und verbiegest dichmit solcher Strenge; du verwundest siedurch die Pfeile deiner Liebe, und-ßest sie dann in der Pein verlaßen liegen!Du läßest sie den Fimmel sehen, und

wirfst