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Geistliche Briefe.
ke Hand will es auch wissen und sehen, wasdie rechte thut, um sich darin zu gefallen.GOtt aber, der unser eigenes Leben tödten,und unsere Tugenden rein und unvermischthaben will, laßt der Seele nicht zu, daraufreflectiren zu können, oder ihre Tugendenvoraus, oder von hinten nach zu besehen.Man siehet nur die Unlauterkeit.
Weil es dann nun GOtt gefället, euch soelend, verderbt und ohnmächtig zu sehen, jolaßt es euch auch gefallen! Jetzt sehet ihreuch recht so, wie ihr in euch selbst seyd:danket derhalben GOtt, daß er den Scha-den aufdecket, der in euch war. Das Goldist nun in der Läuterung, der Schaum kommthervor; ja das Gold ist verdecket, man siehtnichts als Unfiarh. So freue dich danndarüber, liebe Schwester! daß du so elendbist, und daß GOtt so heilig und vollkom-men ist. Das Elend und das Nichts istunser rechter Platz; und die Heiligkeit undAllheit ist GOttes Platz. Wer noch gernsich selbst schön und heilig sehen will, deroffenbaret nur seine Eigenliebe; wenigstenswäre es für euch jetzt ein Fehlerund eineUnvoll-kommenheit. Derhalben entschließet euch nur,mit Hiob, auf dem Misthaufen eurer Elen-den in Ruhe sitzen zu bleiben, und GOtt zulieben. Eure Elenden, sage ich, sollt ihrlieben, aber nicht eure Sünden. Saget zuGOtt, in dem allergrößten Gefühl eurer Ver-dorbenheiten : HErr! ich will dennoch
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