II. Theil. 4vster Brief. H 5
ich menschlicher Weise für euch sorgte, undeuer eigenes Leben gern erhalten sehen wollte,so möchte ich ja bange werden, weil unserHErr so gewaltig und hart darauf zusetzet,und selbiges so in die Enge treibet, daß es^ wohl bald den Geist wird ausgeben mäßen:"" welches geschieht und geschehen wird durchdie völlige und ervrge Ueberlaßung eurerM selbst in die freie Hände GOrres.
M Ihr sehet und fühlet nichts als Sündeund Verderbnis; in euch und in eurem Thun.Wo sich das Gemülh hinwendet und die^ Augen schlüget, überall ist Elend, Jammerund Sünde, und der Weg um sich davon^abzukehren, ist verschlossen, und scheinet auf^ ewig verschlossen zu sollen bleiben. Ach! den-E ket die subtile Eigenliebe, könnt' ich doch nurÄ ein Plätzchen finden, da ich mich hin reti-H rirte, um ein wenig Ruhe zu finden, eben wieein schläfriger Mensch, der sich hin und wie-der wirft, und nicht zur Ruhe kommen kann.! ' Hör, o Seele! laß all dein Wenden undV Drehen nur anstehen. Je mehr du es bessermachen willst, desto mehr verderbst du es;j ich je mehr du selbst wirken willst, um etwasGutes zu thun, desto mehr Fehler begehestj B du. Es ist aus mit allem Selbstwirken.
A Ihr meynet, daß ihr nichts Gutes ver-HB richtet. Aber ihr solltet lieber sagen: Ich sehe^!i nicht, daß ich etwas Gutes verrichte; dennD es ist der subtilen Selbstliebe nicht genug,P daß sie Tugenden ausübe, sondern diese limich HL ke