Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
102
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Geistliche Briefe.

k. 8. Bethe fleißig; ich werde meinschwaches Seufzen gerne mit vor GOtt brin-gen. Sey nur getreu, damit wir Freude aneinander haben. Grüße alle Freunde bei Ge-legenheit. N. grüßet auch, und sagt, erMöchtegern sehen, daß du JEsum herzlichliebtest.

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Der z6ste Brief.

Wie weit uns die Liebe des Nächsten verpflichteihm zu dienen; und wie man sich bei Ent-deckung unserer Fehler zu verhalten.

In unserem theuren Heilande JEsuChristo, geliebte Freundinn!

Schreiben haben wir wohl erhalten,^ und ist mir selbiges gar angenehm gewe-sen. Ich will darauf antworten, was mirGOtt geben wird.

Was angehet dein äußeres Anliegen, soist es zwar die Wahrheit, daß man seinenNächsten lieben muß, wie sich selbst; allein esist keineswegs GOttes Wohlgefallen, daß ichmeines Nächsten leibliche Wohlfahrt mit mei-ner eigenen Seele Schaden suchen soll: dennwo dieses Gesetz GOttes in solchem weitenSinne zu nehmen wäre, so würden wir immerin der Welt so viel zu dienen und aufzuwar-ten

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