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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
100
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Geistliche Briefe.

Zeit wie ein Himmel auf Erden. Man mußnur ein wenig Much und Geduld haben. Wasdie besondere und erpresse Zeiten zum Gebethund Sammlung anlanget, davon weißt dumeine Gedanken schon; sei) auch darin getreu,und laß dich durch keinerlei Einwürfe der Ver-nunft oder Trägheit deiner Natur davon zurückhalten.

Die Verläugnung macht das Gebethleicht, und das Gebeth hinwiederum die Ver-läugnung: übe dich derhalben auch hierintreulich. Laß es dir lieb seyn, wann du et-wa Gelegenheit hast, deinen eigenen Willen,deine Lust, oder einige andere Sache, was undworin es auch immer seyn möchte, umGOt-tes willen zu verläugnen. Gehe deiner ver-derbten Natur in allem heiliglich zuwider, auchin den geringsten Dingen; kündige ihr rechtden Krieg an. Je enger es dem Fleische fällt,desto freier und vergnügter wird es dem Geist,mit GOtt und in GOtt zu leben, als in sei-nem wahren Element. Untersuche oft, was^dir etwa am liebsten seyn möchte? Eben das!verläugne am ersten, und opfere es Lapfermü-thig auf, um dein ganzes Herz, Liebe undLust deinem GOtt rein und allein zu »erspa-ren, in jungfräulicher Keuschheit. Sey getreu jan den geringsten Ueberzeugungen seines Gei-!stes; wenn auch schon in deinem verderbtenNatur- und Fleischeswillen taufend Wider-^spenstigkeiten dawider aufständen, so kehre dich ^nur mit deinem von GOtt geschenkten neuen

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