Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
96
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Geistliche Briefe.

durch unser eigenes Wirken nicht würde mög-lich gewesen seyn; so werden wir in uns selberja wohl daraus abnehnnn können: daß Chri-stus nicht gekommen sey, das Gesetz auf;»«lösen, sondern zu erfüllen, und daß derGlaube das Gesetz nicht aufhebe, sondernes bestätige, Röm. z. und sodann unsere Recht-fertigung, aus lebendiger Erfahrung, derfreien Gnade und Erbarmung des GOttesder Liebe , und dem Glauben an IEsumwissen zuzuschreiben, kraft dessen wir dann dieWelt werden überwinden können, und ausJEsu Kraft, Nahrung und Erquickung schö-pfen werden, als der uns dann von GOtt zurWeisheit, Gerechtigkeit, Heiligung undErlösung geschenket rst.

So laßet uns nun, geliebter Bruder!nicht müde werden, unsere Herzen, Sinne,und Gedanken, so viel möglich, von allen ande-ren Vorwürfen keusch zu bewahren, um denHErrn JEsum mit innigstem, kindlichenGlaubens-und Liebes-Sehnen im Grundeunserer Seele zu nöthigen, in beständigemund langmüthigem Aussehen nach seiner Zu-kunft, daß er selber einmal das Werk mögeauf sich nehmen, damit wir ihm willig, freu-dig und vollkommen, zu allem Gefallen, dienenmögen, in seiner innigsten Nahbeiheit, und indem Lichr seines Angesichtes, wann wir ausdem Schrecken der Finsterniß des Gesetzesdurch ihn selber ausgeführk, als kleine Kinderan den Brüsten seiner Gnade und Liebe, in

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