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Geistliche Briefe.
kommen zu dienen und zu gefallen: aber et,stndet dazu nicht die erfoderliche Kräfte undVermögen. Wollen findet er; aber das Voll-bringen fehlet. Denn mir dünkt, daß esunserem Gewissen gehet, wie ich meyne,irgendwo vom Gesetz stehet, daß es uns zwarunser Elend zu erkennen gibt, und sagt, wiees seyn müße, auch uns sehnen und durch al-lerhand Wege und Mürel bestreben macht,solches zu thun; aber uns keine genügsameKraft gibt, solches zu vollbringen, daß manauch oft in solchem Zustand ausruft, wie Pau-lus Röm. 7. Ich elender Mensch, werwird mich erlösen u. s. w.
Nun dünkt mir, geliebter Bruder! daßder treue Herzog zur Seligkeit eine Seeledarum in solche Enge bringt, damit wir rechtan unserer eigenen, so gar gebrechlichen Gerech-tigkeit mögen verzagen, und den Muth rechtverloren geben, um durch unser eigenesKönnen und Wirken jemals aus unseren Sün-den und aus unserem Elend zu gelangen, unsalso kem Fleisch sich vor dem Angesichte GOt-tes rühme, sondern alle Ehre ihm allein bleibe,und wir, nachdem wir vorher alle unsere Kräf-te genugsam angespannt, und uns müdsund gleichsam ausgewirket haben, um durch!unser eigenes Können und Wollen fromm und;gerecht zu werden, so als Mühselige unvBeladene zu IEiü kommen, nämlich ihnin dem Grunde unserer Seele, allwo er nach'seiner Zusage Joh. 14, 21. erscheinen will,
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