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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
54
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Geistliche Briefe

krank sehen bei GO», als gesund, und vonGEnc enrfernr.

Wie so sehr vergnügt michs, liebe Schwe-ster, daß ihr auch also gesinnet seyd, undeuch dem Kreuz gern ergeben wollet, und dieStärkung des inwendigen Menschen bei derSchwächung des Aeußeren in etwa erfahret.Denket und sorget in keinem Stück fürs Künf-tige, sondern liebet und leidet im gegenwär-tigen Augenblick, mehr denkend an GOtt undseine Kraft, als an euch selbst, und an eureSchwachheit. Sollten mehrere Leiden kom-men, dann wird auch mehrere Gnade kom-men. Und sollte es GOttes Wille seyn, daßer euch aus der Zeit nehmen wollte, so wollenwir alsdenn schon sehen, ob ihr euch dareinergeben könnet, oder nicht. Jetzt ist esnicht Zeit, sich damit aufzuhalten / und zustören. Manchen kommt der Tod fürchter-lich vor von Weitem, und erwünscht, wanner gegenwärtig ist; andere sind Helden vonweitem, und zagen, wanns drauf ankommt:alles liegt an GOttes Gnade. Ist GOttgegenwärtig, dann kann das kleinste, ärmsteKind den Tod ohne Furcht gegenwärtigsehen. Psalm 2z, 4. Es ist bei fürchter-lichen Naturellen, wenn sie auch GOttergeben sind, keine ungewöhnliche Versu-chung, daß sie sich durch fürchterliche Vor-stellungen von dem Zukünftigen so schwächenund beunruhigen laßen, daß sie oft darumallein ein Gegenwärtiges nicht gebührend

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