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Bd. 1 = Th. 2 (1798)
Entstehung
Seite
48
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48 Geistliche Briefe.

Len näher gezogene Christen, die sind nurstark im Geist und in GOtt, aber überausschwach in ihnen selbst und in den Sinnen.Die Gnade hat sich mehr concentrirt, oderin den Grund gezogen. Dieser Gnade mä-sten sie folgen, und kindlich eingekehrt leben,wenn sie nicht grobe Fehler begehen wollen.Sind sie wirklich in Fehler gerathen, so Hilstsolchen Seelen auch kein Anstrengen, keinBetrachten, kein eigenes Vornehmen: denndurch dieses alles gehet die Seele immer wie-der in sich selbst, in ihre sinnliche und eigeneWirksamkeit ein, worin lauter Elend undSchwachheit ist. Sie muß sich ersenkenin den Grund, wo die Gnade, wo GOttist, wenn sie geholfen werden will.

Sehet, geliebte Schwester, die Ursache,warum sie sich von dem Ding nicht hat hel-fen können; sie fängt es unrecht an. Gestehesie ihren Fehler einfältig, und laße sie sich,wie ein schwaches Kind , in den Schooß derLiebe fallen. Vergesse sie übrigens diesefremde Kraft, wie auch alle übrige Anfälle.Durchs Ansehen der Feinde werden die Kin-der gar verzagt, aber durchs Vergessen sowohl ihrer Feinde, als ihrer eigenen Schwach-heit, siegen sie über alles. Mache sie es dannauch also, liebe Schwester. Der HErr hatihr ihren Fehler schon vergeben; liebe sie Ihnein wenig dafür. Wandle sie doch mit ei-nem liebevollen Glaubensansehen, und ver-traulicher Eingesunkenheit in den so nahen

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