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3 (1795) [Wilhelm Meisters Lehrjahre. Bd. 1]
Entstehung
Seite
363
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sie aufhob und fest umarmte, mein Kind,was ist dir? Oie Zuckung dauerte fort,die vom Herzen sich den schlotternden Glie-dern mittheilre; ste hing nur in seinen Ar-men. Er schloß ste an sein Herz, und be-netzte ste mit seinen Thränen. Auf einmalschien ste wieder angespannt, wie eins, dasden höchsten körperlichen Schmerz erträgt;und bald mit einer neuen Heftigkeit wurdenalle ihre Glieder wieder lebendig, und stewarf stch ihm, wie ein Nessoct, das zuschlägt,um den Hals, indem in ihrem Innersten wieein gewaltiger Niß geschah, und in dem Au-genblicke floß ein Strom von Thränen ausihren geschlossenen Augen in seinen Busen.Ec hielt ste fest. Sie weinte, und keineZunge spricht die Gewalt dieser Thränenaus. Ihre langen Haare waren aufgegan-gen, und hingen von der Weinenden nieder,und ihr ganzes Wesen schien in einen Bachvon Thränen unaufhaltsam dahin zu schmel-