452 Zeugniß der Wahrheit
beschenken, oder etwa als seine Werkzeuge ^zur Bekehrung oder Führung anderer See- ^len zu gebrauchen, damit sie dergestalt vonder Eigenheit sehr geläutert, und in ihrerNichtigkeit tief gegründet werden mögen,um hernach desto weniger Gefahr zu laufen, ^sich, einiger Gaben wegen, zu erheben, oder ^sich deren anzumaßen. 1,?'
37. Allein es mögen diese Läuterungenso schmerzlich, so scharf und so tief beschrieb ^den werden, als sie immer wollen; so findet ^man doch nicht, daß eine wahrlich erleuchteteSeele jemals gesagt habe: es sey nothwen- ^'dig, und gehöre mit unter diese Läuterungen, ^daß sie in wirkliche, äußerlich ausbrechende,und in die Augen laufende mancherlei sünd-liehe Tsiaren müße fallen, um dadurch in ^shren eigenen, und anderer Menschen Augengedemüthiget, und vernichtiget zu werden.
Es wäre leicht, das Gegentheil mit fast ^unzähligen Zeugnissen erleuchteter Seelen zubefestigen: daß nämlich in den allerschärfsten ELäuterungen nimmermehr , weder das We-sen, noch die Ausübung der wahren Tugend, ''K>oder Gottseligkeit, gekränket oder weggenom- "tmen werde, noch werden könne, sondernnur derselben Wabrnebmung, die Reflexion 'Adarauf, und die Empfindung, wie auch zu-weilen das allzuheftige Verlangen darnach; Ä,nur damit die Seele von allem eigenen Ge-fallen und Vertrauen auf sich selbst, und ^auf dasjenige Gute, so ihr GOtt geschenket,