Zeugniß der Wahrheit
Macht wäre, ihn dennoch verläugnete, undauf alle mögliche Weise bekennete und zeig-te, daß ich nicht von seiner, sondern voneiner andern Partei sey. Bei der erstenBekehrung, oder bei einer jedweden Reso-lution und Vorsatz, GOtt zu dienen, gibtman GOtt seinen Willen und das Jawort,obgleich überhaupt, unvollkommen, und alsin seinem zarten Samen; denn bei derSeele lieget alsdann dieser Sinn: Ja,HErr! dieses Böse taugt nicht; ach,rvär' ich davon erlöset! Ja HErr! sogottselig muß ich werden. Ach könnt'ichs nur ausüben! Wenn nun einer, beidem ein solcher Sinn liegt, dem Bösen(so lang es nicht völlig ausgerottet ist) durchdie Gnade widerstehet, und es zurück hält,daß es nicht ausbricht; so heuchelt er nicht,sondern er gehet darin aufrichtig zu Werk.Sollten sich auch noch so viel böse Regun-gen, Reizungen und Begierden wider diesenguten Sinn in ihm empören: so verläugneter solches, das ist, er erkennet es nicht fürdas Seine; er hält es nicht damit; er gibtseine Zustimmung nicht darein, und will demnicht folgen; und das heißt unser Heilandsich selbst verläugnen. Wer aber dem Bö-sen nicht nach Vermögen widerstehet, noches unterdrücket, daß es nicht zum Ausbruchkommt, der hat entweder den berührten Sinnnicht, und ist derhalben noch ein unbußferti-ges Weltkind: oder aber er gehet nicht aufrich-tig
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