424 Zeugniß der Wahrheit.
Natur, und ihrem Fleisch gar den Zügelschießen laßen. In ihren Reden sind sie ganzunbedachtsam und frei. Wenig, oder nicht,wollen sie reden von geist - und göttlichenDingen: mit der Welt aber, und unrer ein-ander, werden sie ohne Scheu (oft Stundenlang) von unnöthjgen, unerbaulichen, undeitlen Dingen schwätzen; denn es scheint, sieglauben nicht mehr, daß man von einemjeden unnützen und zu nichts dienenden Wortwerde Rechenschaft geben müßen.
s. In ihrem Umgang haben sie gar keinBedenken noch Furcht, mit der eitlen Welt,ohne die geringste Noch und Ursache zu con-versiren, ihre Gesellschaften zu suchen, undsich ihnen manchmal in allerhand Scherzre-den, Lachen und anderen Thorheiten auf alleWeise gleich zu stellen, und mit zu machen:aber die gemeine und besondere Gesellschaftender Frommen suchen sie nicht, sondern meidensie; und wann sie ja dabei sind, und ihre Re-den hören müßen, so merket man wohl anihnen, daß sie es bald müde sind, indem siemit ihrem Wesen, ja wohl gar mit spöttischenGebärden, ihre Geringachtung gegen sie undgegen gottselige Gespräche zu erkennen geben,und solches oft mit Worten grob genugoffenbaren; zu großem Anstoß und Aergernißschwacher und einfältiger Gemüther: da dochunser Heiland gesagt: daß es besser wäre,daß ein Müblsiein an jemands Hals gehän-ger, und er in die Tiefe des Meeres versenket
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