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Bd. 1 = Th. 1 (1798)
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422
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Aeugniß der Wahrheit

viele berufen, wenige aber auserwählt sind.Wie so viele haben wir deren nicht seit derZeit unserer Erweckung gekannt, welche dasWort anfangs mit Freuden angenommen:als aber Anfechtungen kamen, oder sonst derschmale Weg der Verläugnung mit mehreremErnst sollte angerreten werden; so wurde esdem ungebrochenen ausflüchtigen Sinn derNatur bald zu enge, zu mühsam und zu lange,in solcher Genauheit und Ersterbung allesstündlichen und eigenen Lebens auszuhaleen,dis zue wahren Freiherr des Geistes, inder ledigen Abhänglichkeit, und reinenLiebe GDrres.

?. Weil wir dann nun letzthin versprochen,dvß wir auch unscrs Orts hierin ferner unsere

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E 2. Solches alles muß uns nur zu destogrößerer Vorsichtigkeit und Wachtsamkeitüberuns selbst, und zu desto beständigerer Anklebungan GOtt in Christo ansetzen und dienen; nichtaber zur Kleinmüthigkeit, wie auch nicht zurSelbstgefälligkeit, oder Einbildung, oder garfrechen Verurtheilung solcher zurückweichen-den, irrenden, oder versuchten Seelen. Den-noch aber muß man ihr Böses auch nicht gut-heißen, sondern im Gegentheil bei aller Gele-genheit zeigen und zeugen, daß man mitPaulo keinen Gefallen habe an denen, die daweichen, und vielmehr trachten, sie mit Liebeund Weisheit von ihren Abirrungen zu über-zeugen, und ihnen zurechtzu helfen.

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