I.THeil. iz6ster Brief.
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Die göttliche Sonne der Gerechtigkeit of-fenbaret erst die Finsterniß, und alles unge-rechte Wesen in uns; und sodann folget dieGenesung. So wohl das eine, als das an-dere, kann nicht ohne Wehethun geschehen, obes wohl aus lauterer tiefer Liebe und Erbar-mung entspringet; daher es auch geschiehet,daß, je näher dieses reine und reinigende Lichtdem Gemüthe kommt, das Gemürh öftersjust alsdann um so viel mehr über Finsterniß,Elend und Noch klaget und jammert. Undda ist es eben nicht allemal diejenige Verderb-nis allein, die einem so am nächsten liegt,und vor Augen schwebet, welche mit so vielenSchmerzen gerichtet werden soll; sondern esmuß oft das schmerzliche Gesicht und Gefühleiner grobem Sünde und Fehlers ein Arznei-mittel sepn, uns von einer subtileren und ge-fährlicheren Eigenheit zu genesen, die uns oftverborgen ist. O Tiefe der Weisheit, undErbarmung unsers Erlösers!
Obiges hatte schon an dich zu schreibenangefangen; da ich nun unterm Schreibendeinen Brief bekomme, so darf ich nur vol-lends ausschreiben, was ich angefangen hatte,dann wird dein Briefbeantwortet, und, woll-te GOtt! dein Gemüth befriediget seyn.
Lauter unersorfchttche Weisbeit und LiebeGOttes ist in dem ganzen Werk unserer Er-lösung anzubethen, wie wirs bald in jener Herr-lichkeit mit Augen sehen werden. Seine We-Se sind m riefen wassern der Trübsale und
Leiden,