Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
344
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Z44 Geistliche Briefe.

dessen einfältig, so gut man kann, zu erinne- i»^ren, das ist bethen. Und, wie sollte es auch Mschwer fallen, sich von einem so gütigen Arzt jAbesehen zu laßen, der schon besser weiß, Dldilwas uns fehlet, als wirs selber wissen? Wir A"haben nicht nöthig, dieses oder jenes zu brin-gen, uns so oder anders zu stellen, oder aller Wmal viel zu sehen und zu empfinden, wenn wir B!bethen wollen; sondern wir sollens nur ein-fältig und kurz sagen, wie wir sind, undwie wir gern seyn wollten; ja es ist eben nicht ^allezeit nöthig, daß wirs sagen, sondern wir ^sollens dem allgegenwärtiges gütigen GOtt ^nur sehen laßen: aber nicht so obenhin, son-dern wir sollen so einige Zeit bei ihm und vorihm zu bleiben trachten, damit er gleichsamuns recht besehen, und heilen möge. Wirmäßen ihm nichts anders sagen noch sehenlaßen, als was in uns ist, es mag nun seyn,was es wolle. Findest du dich nun zerstreut, ^dunkel, unempfindlich, so sage es GOtt ^einfältig, und laß ihn dieses dein Elend sehen, Mso hast du recht gebethet. Ist etwa eine na- 8türliche Trägheit oder Schläfrigkeit vorhan-den , so ermuntert man sich nun und dann einwenig, und kehret sich wieder mit Demuth zu ^ iGOtt: kann mail stehenden Fußes besser W>munter bleiben, als kniend, so kann man Orusich dadurch wohl helfen, wenn einen die NSchläfrigkeit überfiel; in ein Buch zu sehen, istzjistk zu diesem Zweck auch nicht verboten: kurz!marr muß sich zu der Zeit so gut helfen, als