I. Theil. irztcr Brief. Z2?
ftin WM, oder Seelengrund, kein Theilhabe an alle dem Bösen, so sich in Gedan-^ ken, Sinnen und Gliedern regen mag; dennHtz sonst würde es ihm solche Angst und Nochnicht machen, sondern er würde, wie alle^ Welt, sicher und ruhig dahin gehen. Ist erdazu nicht im Stande, so must maus ihmschlechterdings versichern, daß es so sey; daßdas Böse nicht ihm, sondern dem VersucherW zuzuschreiben; und daß, weil er selber im Fin-- - stern sey, und also von seinem eigenen Zustandenicht urtheilen könne, es billig sey, daß erNK'A treuen Freunden glaube. Er wird ja von unsL» nicht denken, daß wir ihn betrügen sollten;
und es ist ja billig, daß er uns mehr glaube,r- als dem Versucher und seinen eigenen Ge-danken.
^Er kann den Feind nicht besser vertreiben,als durch Geringachtung und Verachtung- aller seiner Eingebungen und Anfälle; der^ ohnmächtige arme Geist ist so hoffärtig, daßer nicht bleiben kann bei Seelen, die aus sei-'7^ nen Gaukeleien nichts machen. So lang er7^7 merkt, daß wir uns so sehr darüber beunru-^ higen, und ihm zulausiern, so lange plageter uns. Wir mäßen ihm vorsätzlich nichl ant-werten, nicht mit ihm disputiren, ihm nichtglauben, denn er ist ein Lügner von Anfang ;^ wenn ers auch so klar, als die HelleSonne, beweisen wollte, daß wir ewig ver--.dämmt seyen. Daß wir viele schwere Sün--p- den begangen haben, das laß allemal wahr-ist-' x 4 seyn: