Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
300
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zvo Geistliche Briefe.

damit ja nur die Zeit. Kann sie es nichtglauben, daß GOtt sie annchmen werde, somuß sie es doch versuchen. Laß sie nur kom-nien, so wird sie es sehen, was JEsus fürein JEsus ist. Joh. r, 46. Bildet sie sich Mein, GOtt werde sie nicht haben wollen, ,p>a>weil sie vormals untreu an seiner Gnade ,Wgewesen; so kann ich sie versichern, daß ichs, Mleider! auch so gemacht habe, und doch hat «lamich GOtt angenommen; nur trachte sie, Mdie Gnade künftighin vorsichtiger zu bewahr Arcn. 8n

Der Feind wird sie gewiß so nicht los- sMlaßen. Aengstliche, schreckhafte, ja gar böse Md lDinge weiß er einzuwerfen, und oft so plötz- Miich und kräftig, daß die arme Seele nicht ^anders meynt, als hatte sie ihren Willen drein ^ Kgegeben; sie hatte vorsetzlich dieses oder jeneswider GOtt gedacht und gesprochen; welches ^dann große Unruhe, Schrecken, Muthlosig-keit und Traurigkeit erwecket, daß sie öfters Mverzwciflen sollte; und das ist eben, was derSatan gern stehet, damit er sie abschrecke, ^und wieder in sein Netz kriege. Gehet esnun etwa der Freundinn auch also, so laßsie es imGegentheil als ein gutes Zeichen anse-seben, daß es nämlich gut mit ihr gehenwerde, indem der Feind schon bange wird,daß er sie aus seinen Klauen verlieren werde. ^ .Das beßre ist, das sie dem Feind seine gar- ^stige Waare läßt, ohne sie mit Willen an-zufthen, und daß sie sich nicht zu sehr dar-