Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
299
Einzelbild herunterladen
 

299

l. Theil. rozter Brief.

!»«

kV

sh

noch die Natur, welche uns in unserm Zu-stand bange machen, und eine Furcht vorGOttes Heiligkeit und Gericht eindrücken;sondern es ist die erscheinende heilsame GnaSeGOttes, welche uns züchtiget, und seineherzliche Barmherzigkeit , die unserer eien-den Seele jammert, und uns durch einenheiligen Schrecken zu sich ziehen will.

Ist nun der Endzweck GOttes, die See-le zu sich zu ziehen vom Verderben ; werwollte dann nicht mit allen seinen Elendenkommen, da GOtt selber rufet? Und werwollte noch zweiflen, daß GOtt uns nichtwerde annehmen, wann wir kommen, daer uns selber ziehet, und haben will? Nurunsere Sünden will er nicht haben, diemäßen aus dem Wege, wenn wir zu ihmkommen sollen. Können wir ihrer noch so baldnicht los werden, so mäßen wir sie doch has-sen mit vollkommenem Haß.

GOtt drücke es der Freundinn tief insHerz, daß sie würdig sey, ewig von ihmverstoßen zu werden ! Er drücke es ihr ein,daß sie eine große Sünderinn sey, wie es dieWahrheit ist! Er laße es ihr recht wehethun, daß sie einen so liebreichen GOtt sosehr beleidiget, und nicht eher gesuchet hat!

Nichts desto weniger muß sie nur kom-men so, wie sie ist, und so, wie sie kann.Ob sie GOtt auch will annehmen? Oder,ob sie auch werde durchkommen? Damitmuß sie sich nicht lang ängstigen; sie verdirbt

damit