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Geistliche Briefe.
ohne Vermessenheit ohne Eifer und ohne Steif-slnnigkeit geschehen. Weßwegen es dann nicht ^nöthig noch erbaulich, sondern vielmehr böseist, andern stracks ins Wort zu fallen, dieetwas reden, das mir unserer Erkenntniß nicht Bübereinstimmet, oder steif auf seinem Sinnstehen bleiben, wenn unsere Gedanken wider- DEsprechen werden. Zwar müssen wir nichts für Wgut und wahr bekennen, wovon wir inwendig Boein anderes Licht haben: allein, weil wir ftikMenschen sind, die in ihren Gedanken irrenkönnen, auch unser Wissen im Geistlichen SÄStückwerk ist; so müssen wir nicht lange noch Mheftig widersprechen, sondern einem jeden gern,und mir aller Freundlichkeit seine Gedankenüberlassen, und gestehen, daß wir auch Unrecht ^haben könnten. Haben doch auch wir in kchvoriger Zeit von manchen Dingen andere Ge- Usdanken gehabt, als wir jetzt haben; und wer Mweiß, wie es uns künftig gehen wird? War- ^um sollten wir dann nicht auch andere gern Wdarin tragen? O ! Nachgeben ist eine recht r,egöttliche Tugend, wodurch man Wunder abb,thun kann. Man gebet auch selten zu weit ^darin, denn nur in die Sünde zu willigen mußman nicht nachgeben. Wisset ihr nicht, liebe ^Freundin», daß wir sollen Kinder werden,deren ganzes Werk ist, die Mutter lieben,ansehen, und aus ihrer Brust die süße Milch tz/saugen, und übrigens einen jeden laßenmachen, und reden, was er will. Ach! wie ^so leicht können wir alles gut seyn, und einen ^