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I.THeil. 9;ster Brief. 267
jeden Recht haben laßen, wenn wir uns imVerborgenen nur mit diesem Kinderwerk imGlauben beschäfftigen können.
Was nun insbesondere den Discours miteurem M. anlanget, so seyd ihr gewiß allebeide darin zu weit gegangen: er, indem erseine Schwachheit und menschliche Vorsichtig-keit als etwas Gutes, oder als eine Tugendvertheidigen will; und ihr, daß ihr seineSchwachheit nicht habt tragen können, son-dern unwillig darüber wurdet, viel Wortedarüber gemacht, und gewollt habt, daß ereurem Sinn Beifall geben sollte; da ihr dochhättet weichen sollen, weil ihr wohl wußtet,daß er von seinen Gedanken nicht abstehenwürde; nicht, daß ihr hättet sagen sollen:er habe recht, und ihr Unrecht; sondern manmuß in allen dergleichen Reden, sonderlich ihrmit eurem M., gütiglich sagen: Es kannsepn, daß ich darin fehle; wir werdenuns vielleicht nicht recht verstehen: es istdie Hauptsache nicht; wir wollen davonabbrcchen, und doch gute Freunde blei-ben. Auf dergleichen, oder auf eine andereglimpfliche Weise muß man dergleichen Ver-drießlichkeiten abzulehnen trachten, und im-merdar der Mindeste seyn: ja, es ist nichtgenug, platt still zu schweigen, und einen Grollim Herzen zu behalten; sondern man muß,wenn GOtt Gnade gibt, trachten sanft-müthig, offenherzig, und freundlich zu blei-ben, doch ohne merklichen Schaden und Zer-streuung