258 Geistliche Briefe.
eine Aergerniß; und hernach: Meine Näch- Esten und Freunde stehen ferne von mir, Eu. s. w. Ob ich wohl nicht genau eure Mey-nung darin fasse, so sage dieß dabei über-Haupt: Nehmet die Werke eures Berufs, nachVermögen, treulich wahr, so viel zur guten M!Haushaltung und Kinderzucht nöthig ist, mit Mstillem, freudigem Gcmüth, und glaubet,«^daß ihr GOtt darin dienet, und gar sehr ge-fallet. Seyd allen, sonderlich aber eurem DManne, freundlich und unterthänig in allenDingen, die nicht wider GOtt, und euer Ge-wissen sind; denn das ist der Wille GOltes. MAergert sich dann dem unerachkel jemand an Ä seuch, so freuet euch, und denket: der Hei-!m«land war auch ein Stein des Anstoßens. N>§Bricht aber sonst was Böses, in Worten hNoder in eurem Thun, wider euren Willen aus,so daß sich jemand mir recht an euch ärgert,so demüthiget euch deswegen in eurem Herzen ""vor GOtt; ja, wann es die Umstande erfo- "deren, so bekennet auch freimüthig eure Fehlervor Menschen: nur beunruhiget euch nicht zu ^sehr, damit nicht das Letzte ärger werde, danndas Erste; vielmehr laßet euch durch die Gna-de GOttes wieder stärken, und trösten, wieeine Mutter mit ihrem gefallenen Kinde thut,ohne lange den Koth zu besehen, worein ihrgestrauchelt seyd. U
Ich weiß wohl, daß ihr vieles auf meinSchreiben werdet einzuwenden finden: alleines ist solches schon mehrmalen beantwortet ^