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Geistliche Briefe.
Unruhe die Zeit abzustehlen. Ja! wir hättenUrsache zu fürchten, Ach und Weh zu rufen,und ich weiß nicht wohin zu laufen (wie ihrschreibet) wenn kein JEsus mehr wäre, derarmen Sündern noch nimmer seine Hülfe ver-saget hat, ob er wohl eine Zeitlang die Wellenübers Schiff schlagen läßt, ohne sich dessen,wie es scheinet, anzunehmen. Die ungedul-dige, ungebrochene Natur will nicht warten,sondern mit Feuer und Schwerdt durchbrechen;sie will entweder geholfen sevn, oder bald ver-zweiflet Nein, liebe Seele! sey getrost undunverzagt, und harre des HErrn!
Denker auch nicht einmal an die Sünde,wenigstens nicht mir vorbedächtlichem Wil-len. Das Andenken erwecket oft Versuchun-gen. Das viele und immerwahrende Star-ren auf eure Sünden und Versuchungenmacht euch nur kleinmüthig und kleingläu-big. Oder, seyd ihr bange, es möchten soviele Sünden, und so starke Versuchungenkommen, daßJEsus nicht mehr helfen könnte?Thörichte Kreatur! Sehet die Sünde, auchdiejenige, die sich wider Willen in euch reget,so an, als etwas, das euch nicht angehet;laßet dieses Ungeheuer da; es ist eures Anden-kens und Beschäfftigung nicht werth. In,auch wann ihr die Sünde am heftigsten füh-let, so trachtet, sie möglichst zu vergessen, undnicht drauf Acht zu geben. Die Erfahrunghats gekhret, daß oft große Versuchungendurch ein einfältiges Vergessen sind überwun-den
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