Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
208
Einzelbild herunterladen
 

2v8 Geistliche Briefe.

Jesaia 57, io. Da läuft die Seele dem MHeilande gleichsam aus der Schule, und blei- ^-et nicht unter seiner Aufsicht, noch in der ,beständigen Abhängigkeit von seiner Leitung; /gelingt es ihr dann in ihrer verderbten Ei-genheit, so stehet sie auf des Tempels Zin- ^ne. Hat aber der HERR einen lieb, sozüchtiget er ihn, macht ihn schwach, arm,und elend, damit man lerne in ihm bleiben, """und durch immer tiefere Erfahrungen seiner ^eigenen Ohnmacht und Blöße nur immer tie- ^fer in Christum hinein sinke, und sich in Eihm wurzlen und gründen laße. Und hierzu Wmüßen öfters unsere eigene Fehler und Fälle M(die wahrlich nicht zu rechtfertigen sind) dem ischliebsten GOtt mit ein Anlaß und Hülfsmittel Eseyn. Gelobet und geliebet sey seine gütigste MWeisheit in Christo, daß er aus unserem Gift ^l»ieine Arznei bereiter!

Mein liebster Bruder!'Sie ästimiren diein Kopf kommende Zweifel an der Wahrheit Wder H. Schrift und über ihren Zustand, die rcheinfallende lästerliche, spöttische Gedanken rc. chkviel zu hoch. Verachten und vergessen sie doch, Win GOrres Namen, solche Dinge, welche ih- Wnen zur Last, und nicht zur Lust sind; es ist Ais,nicht der Mühe werth, daß sie darnach umse- h d«hen. Wehren sie sich gar nicht dawider, und Ä«untersuchen sie nicht einmal, wie weit dieser A.oder jener Zweifel gegründet sey. Durch ein Hnjsolches Untersuchen würden sie einer nicht R,wichtigen Sache einiges Gewicht geben. Der Etz-

Glaube