Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
201
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Der 76ste Brief.

i i« Wie man sich kindlich und ruhig an GOtt undich seine Wirkung gewöhnen soll.

Herzlichgeliebte Schwester!

tx>ein Brieflein hat mich vergnüget, weil es^ aus einfältigem Herzen geschrieben ist.Das Wesen, so dich heimlich beruhiget, istohne allen Zweifel GC>rr, dein höchstes Gut.Hast du wohl in allem Geschaffenen je etwasgefunden, das dir solche Ruhe und sanftesWohlseyn inwendig geben kann? Der Ein-druck einer stillen, liebvollen Ehrfurcht, st-auch unter dem Werk noch bleibet, gibt genugzu erkennen, daß es der HLrr ist. Es istwahr, dieses Etwas, wozu du dich durchein inniges Neigen hältst, kennest du nicht deut-lich; aber dieses Nickrkennen, ist ein wahresKennen, und diese Allgemeinheit besser undvergnügender als tausend Besonderheiten.

Je mehr du sehen, kennen, und greifenwillst, desto weniger wirst du kennen. Thue! nur dein Auge ruhig und unschuldig zu; der^ HErr muß es dir selbst öffnen. Du mußtdich mehr sammlen laßen, als selbst sammlen,der Wirkung GOttes leidentlich Raum geben,und dich los laßen, sonderlich zur Zeit derEinsamkeit. Kommt dein eigenes Besehenhii - N; oder