I. Theil. 7;st«r Brief. r9-
sie liebe, ob man gleich in ihre Unordnungennicht willigen kann, ist gut; hasset und ver-kAü, achtet sie ihrer Schwachheiten und Elendenwegen nicht, sondern habt Mitleiden, undtrachtet sie mit Bescheidenheit zu gewinnen;traget an ihr, wie sie verschiedenes an euch>»q' wird thun mäßen; streitet nicht in WortenW mit ihr; gebet nach, wann ihr schon meynetRecht zu haben, oder schweiget mit Freund-in, lichkeit. Ich weiß wohl, was man hiewiderW einwendet; allein das macht nichts: man mußHn, durch GOttes Gnade das eine sowohl suchen»ft zu observiren, als das andere, so wirds veri»hoffentlich schon gut gehen. Die Liebe zurFreiheit ist von der Gnade; der Ekel aberM wider diesen Stand an und vor sich selbst,Mß ist in gegenwärtigen Umständen nicht vonGOtt. Das Ersiere sagt ihr, ja sagt es ihr»!,Uj in Freundlichkeit öfters, wenn sie schon damitspottet; es ist gut, daß sie weiß, daß, wasOB man thut, solches um des Gewissens willen,W und aus Herunterlaßung geschehe ; das Letztere^ aber verschweiget nicht allein, sondern gebt^,K ihm gar keinen Platz in den Gedanken.
Uebrigens nehmet die Leiden sowohl inM diesem Stück, als alle andere, willig auf,M ohne Kleinmüthigkeit oder Verdrießlichkeit,M gewiß glaubend, obschon nicht allzeit sehend,^ daß alles zum Beßten und Heiligung mitwir-^ ken muß, wenn ihr nur in seiner Liebe bleibet.Könnt ihrs nicht allezeit sehen, so kann ichsdoch oft deutlich genug erkennen, daß euchN 4 mancher-