Druckschrift 
Bd. 1 = Th. 1 (1798)
Entstehung
Seite
176
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Der 6yste Brief.

Diele wollen sich verlieren, ehe sie sich noch rechtgefunden, und eine Schönheit und Heiligkeitaufopferen, die sie noch nie besessen haben.

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Lieber Bruder!

Irrere Frühlingsgesange habe ich mit zugehi-ret. Es hat mich erfreuet, daß die Vo-gelein noch so wohl Harmoniken, und durchdie Winterkalte nicht gar verkommen sind;ich müßte auch wohl eine unartige Nachlecksepn, wenn ich sie auf ihren Zweigen Menwollte: doch erfoderts die kindliche Offen-herzigkeit und Einfalt, daß man seine Dingesagt, so wie sie einem ums Herz sind, sollt'esgleich eine Thorheit seyn, oder scheinen. Wieichs dann erkenne, so sage ichs.

Dein Weg, lieber Bruder! geht jetzt inseiner Maßen, so wie du es im ersten Ge-sang über den Srrom ausdrückest: nämlichnicht durch Scrupuliren, Halten, Besehen,sondern durch Glauben, Loslaßen, und Ver-lieren ; und du würdest dich sehr bedrängen,wann du es anders machen wolltest, aus mehrals einer Ursache wegen. Ich denke aber nochals immer, lieber Brude?! ob sich nicht einoder anderer zu früh in eine solche Führungselber setzen und verbilden möchte? Wie ich

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