Der 49ste Brief.
Nutzen der Absonderung zum Gebeth und Auf-sehen auf GOtt.
Geliebte Freundinn und Schwester!
BS°
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F>ein Brieflein ist uns letzt angenehm gewe-sen. Wir hören noch so gerne, wiedirs auch innerlich gehet; darum, wann duan uns schreibest, so schreibe einfältig undofienberzig, wie du dich befindest; solches wirddir nützlich seyn.
Auf dein Brieflein und Zustand wolltejetzt nur ein paar Worte zur Antwort erinne-ren. Du klagest in deinem Brieflein, daßdu der Gnade nicht recht stille hieltest, und zuviel fremden Stimmen Gehör gebest; daßdu noch zwischen Frieden und Unfriedenlebest, auch viel durch die Eigenliebe gehindertwerdest.
Es gehet also noch zu viel bei dir durch-einander; soll sich das nun recht scheiden,und zu einem gesetzten Wesen kommen, soists überaus nöthig, daß du die besondereAbsonderung zum Gebeth und Einsammlungohne Noth ja nicht versäumest. Siehe!wann man ein kothiges Wasser immer bewe-get, so kann sichs nicht scheiden, oder klar
werden.
HM
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