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Geistliche Briefe.
verborgene Eigenheiten im Grunde, die sievorher nimmer erkannte. Ihre Geduld in allenschweren Leiden und Krankheiten war erbau-lich, und kein Wunder, da sich GOrr manch-mal in den Leiden ihr gegenwärtig zeigte aufeine Weise, die mehr als sinnlich war, undihr seinen Frieden im Grunde mitlheilte. Eins-mal, da ich gedachte, daß sie nicht mehr langleben würde, har sie mir auf Befragenbekannt, daß sie sich in ihrer Seele mit GÄttwohl vergnügt fände.
In dieser ihrer letzten Krankheit ist sie vomHErrn in einer bloßen Glaubensüberlaßungohne einige empfindliche Stärkung gelaßenworden; doch war ihr Grund stille vor GOttbei dem erbärmlichsten äußeren Leiden; bezeugteauch noch bei meinem letzten Besuch, daß,wie sehr sie auch nach einem Theil ihre Auf-lösung wünsche, sie doch nichteinen Augen-blick eher, als bis sie völlig gereinigel, ausden Leiden erlöset zu seyn begehrte, und allejemals geschehene Tharen der Uebergabe anGOrt auf seine lautere Erbarmung in Christoschließlich und auf ewig befestigte.
Am Sonntag Abend ist sie aufgelöset wor-den. GOtt sei) für alles gedanket, derunser Leben heilig, und unser Ende sekig machenwolle! Es gibt in diesen Tagen wenige, diesich alles irdischen Trostes entäußeren; undnoch weniger, die einen wahren Ausgang ausder Eigenliebe thun wollen. Möchte der HErrsolche Seelen an uns finden, er würde, ob-wohl
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