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Geistliche Briefe.
Um zu erkennen, ob unsere Leiden eineFüh-rungGOttes sind? so muß sich in uns finden:i. Eine Furcht, GOtt zu beleidigen. 2. Ein«Verlangen zur Heiligung, z. Unvermögensich selbst zu helfen. 4 - Geringe Gedanken vonsich selbst, nach dem inneren Grunde, rc. Die-ses voraus gesetzt, so dienen gewiß alle unsereDunkelheiten, Dürre, Versuchungen, An-fechtungen und allerhand Leiden nicht zu unse-rem Schaden, sondern nur unsere Eigen-liebe und unfern Eigenwillen zu entkräften,und endlich gar auszurotten. Was die Leidens-stände angehcr, ss kommt oft anstatt desErnstes, Lust und Leichtigkeit in dem Guten,Trägheit, Unlust und Beschwerlichkeit; an-statt der Gaben, Dunkelheit, Dürre undUntüchtigkeit; und wohl gar anstatt der Tu-genden mancherlei Versuchungen, Anfechtun-gen und Empörungen; allerhand Verderbnisseund Eigenheiten, und was dergleichen Leidenmehr sind; so daß manchmal die arme Seelefast gar verzagen möchte. Wer nun in diesenLeiden wohl aushält, sie mögen nun seyn,welcher Art sie wollen, dessen Eigenliebe wirdimmer mehr getödtet; er wird recht und gründ-lich arm am Geist; er lernet aus eine gründ-liche, aufrichtige Weise von sich glauben, daßer nichts Gutes habe, sey und vermöge in sichselber, und lernet von ganzem Herzen endlich, 0erwünschtes Endlich! den Kindern nachbethen:Dein ist das Reich; Dein ist die Rraft unddie Herrlichkeit bis in Ewigkeit; Ja, Amen!
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