I-Theil. 2vster Brief. 59
'di», Vorbedacht und Aufmerkung ausüben,ch, oder in sich wahrnehmen können: und da ist!ch, oft guter Rath theuer.
^ Ich sehe aber unterm Schreiben, daß mir. der Brief schon zu groß wird, ehe ich einmaleigentlich von Dürre oder Leidenswegen ge>sprachen, wodurch unsere Eigenliebe und^ ^ Eigenwille gerödter werden. Weil ich nunohnedem nicht viel davon sagen kann, odermag, so werde ich darin ganz kurz seyn.
Es sind mancherlei Arten der Dürre,Dunkelheit und inneren Leiden, nachdem dies E, Stände und Beschaffenheiten der Seelen sind.M Einige haben Leiden und Trost, Licht undDunkelheit, mir manchen kurzen Abwechslun-gen: andere aber sind in langwierigen Leidens-^ ständen. Einige Leiden gehen vorder, umdie Seele von ihrer groben Wirksamkeit,äußeren Frömmigkeit (daß ich so rede)^ auf vorgemeldten Weg der inneren Verläug-'7/ nung und Gebeths zu bringen; in welchen Lei-^ den schon die meiste Seelen die Probe nicht^ halten, sondern entweder wieder zurück zurWelt kehren, oder aber sich mit Gewalt in. ihre grobe Wirkungen wieder einzwingen, undoft so ihr Leben lang im Zirkel herum laufen.U Einige Leiden gehen auch mit Abwechslungenverpaaret mit vorgemeldren Uebungen; an-dere sehr tiefe Leiden folgen auch hernach.^ Einige Leiden verursachen wir uns selbst; an-dere sind eine Führung GOttes.
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